Samstag, 14. Juni 2014

Blumenkohl mit süß-scharfer Gewürzkruste - Von wegen langweiliges Gemüse!


Wenn es um Gemüse und Obst geht, bin ich in gewisser Hinsicht ein ziemlicher Fanatiker. Bestimmte Sachen brauche ich dauernd, beinahe jeden Tag - ich denke, das geht jedem so. Andererseits kaufe ich auch sehr gern spontan nach Saison und Angeboten ein. So spart man nicht nur Geld, sondern bringt durchaus vitaminreiche Abwechslung auf den Tisch. 

Spannend finde ich persönlich die ganzen althergebrachten Klassiker, die wohl fast nurnoch Großmütter wirklich zubereiten können. Aber gerade hier findet man echt viel unterschätztes Grünfutter, was sich erstaunlich vielseitig verwenden lässt - wie zum Beispiel dieser Kopf Blumenkohl, der mich letzte Woche beim Einkaufen angelächelt hat. (Zugegeben, für den Preis hätte ich auch ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn ich ihn einfach liegen gelassen hätte.)

Nach einer Weile unentschlossenem Schwanken zwischen klassischer Zubereitung à la Kohl mit brauner Butter (Wer kennt es nicht?) und ziellosem Experimentieren ist dann folgendes Rezept entstanden, was einem Freund der indischen Gewürzküche definitiv gefallen würde:

Blumenkohl mit süß-scharfer Gewürzkruste


Zutaten:

1 großer Kopf Blumenkohl
Salz
2 - 2 1/2 EL Zitronensaft
2 EL (Wald-) Honig
2 gehäuftte EL gemahlene Mandeln
2 gestr. TL Salz
je 1 gestr. TL Cumin, Kurkuma, edelsüße Paprika, Garam Masala
1 leicht gehäufter TL Schwarzkümmel
1/2 TL gemahlener Ingwer

Zubereitung:

Den Blumenkohl von den Blättern befreien und den Strunk keilförmig herausschneiden.

In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Den Kohl vorsichtig hineingeben und 10 Minuten sprudelnd köcheln lassen. Dann herausnehmen und gut abtropfen lassen.

Den Ofen auf 225°C (Ober-/Unterhitze; bei Umluft ca. 200°C) vorheizen.

Aus den restlichen Zutaten eine Paste herstellen.

Den Kohl in eine mit Backpapier ausgelegte Form setzen und rundherum mit der Paste einstreichen, bis die ganze Gewürzmasse darauf verteilt ist.

Im Ofen 10-15 Minuten garen, bis die Kruste "trocken" ist. 

Mein Tipp: Ein bisschen Joghurt oder Saure Sahne dazu reichen, das bringt noch ein bisschen Frische dazu - allerdings löscht der milde Kohl die Geschmacksexplosion schon recht gut ab.

Viel Spaß beim Nachkochen und ein schönes Wochenende!

Freitag, 13. Juni 2014

Saftige Zitronen-Kokos-Cupcakes



Muffins. Ja, eigentlich find ich sie ganz süß und praktisch. Also, wenn man sie mal braucht - als Fingerfood, kleine Stückchen zum Tee oder als Highlights auf dem Buffet machen sie sich immer ganz toll.
Aber mal ehrlich: Die meisten Muffinrezepte sind vor allem eins: zu süß und ziemlich mächtig. Trockener Teig, der einem im Hals kleben bleibt - wer kennt das nicht? Da kann ich nur verstehen, warum meine Schwester Muffins eigentlich nie wirklich ausstehen konnte.

Und dann kam mir die Idee, das ganze einfach mal zu ändern. Einen Muffinteig zu kreieren, der locker und gleichzeitig saftig ist, mit einer aromatischen Süße überzeugt, aber zugleich fruchtig-frisch daherkommt. Glaubt mir, so einfach war das Rezept-Rumgebastle garnicht. Herausgekommen sind am Ende aber diese Lieblinge, die meiner lieben kleinen Schwester gewidmet sind, weil ich beim Backen immer an sie denken musste:


Mellow Lemon-Coco-Cupcakes 



Zutaten für etwa 30 Cupcakes:


100g Kokosraspel
150g helles Dinkelmehl
2 gestr. TL Backpulver

100g weiche Butter
1 Prise Salz
50g Vanillezucker
60g feiner Rohrzucker

2 Eier
8 getrocknete Datteln
2 große Zitronen
125ml Bananensaft oder heller Fruchtsmoothie
1 TL Pulver für Tortenguss

Zubereitung:


Die Kokosraspel in einer Pfanne ohne Zugabe von Fett hellbraun rösten. Dabei häufig wenden und nicht zu dunkel werden lassen. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Den Backofen auf 175°C vorheizen.

Mehl und Backpulver mischen, mit 75g Kokosraspeln vermengen.

Butter, Vanillezucker und Rohrzucker schaumig schlagen. Die Eier unterrühren. Die Datteln fein hacken und unter die Masse ziehen. Den Saft von 1 Zitrone und den Bananensaft dazugießen, die Mehlmischung zufügen und alles zu einem gleichmäßigen Teig verarbeiten.

Jeweils 1 gehäuften TL Teig in bereitgestellte Cupcake-Muffinförmchen oder ein Blech für Minimuffins (gefettet) füllen. Die Muffins 10-12 Minuten im Ofen backen, dann herausnehmen und abkühlen lassen.

Aus dem Saft von 1 Zitrone und dem Pulver einen Tortenguss zubereiten und die Muffins damit und mit den restlichen Kokosraspeln verzieren.


Sonntag, 24. November 2013

Noch ein letztes Mal für diese Saison: Ofen - Kürbis


Kürbis ist nicht nur die pefekte Basis für cremige Suppen, sondern macht sich auch gebacken oder gebraten verdammt gut. Und wer dem orange-roten Gemüse das nicht zutraut, der sollte es unbedingt selbst einmal ausprobieren.
 

Gebackener Kürbis gehört ebenfalls in den Bund meiner "Das meiste erledigt der Ofen" - Rezepte: Minimale Vorbereitungszeit, wenig Zutaten, aber mit klasse Geschmack.

Eigentlich brauch ihr nur eine Hand voll Zutaten:


Kürbis, Oliven- und/oder Sonnenblumenöl, Salz & Pfeffer, pro 200g Kürbis 1TL getrocknete Kräuter (ich verwende Thymian und Oregano am liebsten), und dann noch Muskat, Paprikapulver (rosenscharf) und nach Belieben etwas Knoblauch.


Schneidet den Kürbis (geschält oder ungeschält wie ihr es mögt) in grobe Stücke, mischt Öl und Gewürze (großzügig würzen, unbedingt!) und vermengt alles. Dann nurnoch auf ein Blech und ab in den Ofen bei 200°C (Ober-/Unterhitze). Wer möchte, kann nach 20 Minuten Backzeit etwas Feta darüberbröckeln. Nach 25 - 30 Minuten ist der Kürbis gar.


Pro Person könnt ihr mit 1/4 großen (oder 1/2 kleinen) Hokkaido-Kürbis rechnen. Und wenn man bedenkt, dass so ein Kürbis in der Saison vielleicht 1,20 € kostet, habt ihr damit für wenig Geld eine richtig leckere, gesunde Mahlzeit zubereitet. Probierts aus!


Dienstag, 19. November 2013

Balsamico - Gewürz - Kartoffeln aus dem Ofen


Wer kennt das nicht? Man kommt recht spät aus der Uni oder von der Arbeit heim, hat noch nichts warmes gegessen und eigentlich zu viel tun, um groß zu kochen. Passiert mir dauernd - aber zum Glück kenne ich einige Rezepte, die ohne viel Drumherum auskommen und sich fast von selbst kochen. Eines davon habe ich heute erst wieder gemacht: 

Balsamico-Gewürz-Kartoffeln

Für 2 kleine oder eine große Portion (je nachdem, ob es noch etwas dazu gibt) nehmt ihr 4 mittelgroße Kartoffeln, schält sie schnell und schneidet ganz dicke Scheiben. Mischt 2 EL Sonnenblumenöl unter die Kartoffelscheiben, würzt sie mit Salz und getrocknetem Rosmarin (gern auch frischem, so wie auf dem Bild) und verteilt sie in einer kleinen Auflaufform. Schneidet eine Zwiebel in Spalten und streut sie zusammen mit ein paar Kernen oder Nüssen über die Kartoffeln und bestreut alles mit Pfeffer, Chili (oder Paprika), eventuell Knoblauch. Gebt etwa 50ml Balsamico löffelweise über die Kartoffeln und schieb dann alles bei 200°C (Ober-/Unterhitze) für 45 Minuten in den Ofen. Fertig!

Ich habe zum Vorbereiten nur etwa 10 Minuten gebraucht. Und der Ofen arbeitet ja zum Glück von allein und lässt mir eine Weile Zeit für mein Unizeug.


Sonntag, 17. November 2013

Da freut sich der kleine Süßschnabel: Quarkkeulchen



Was macht man, wenn man ein Päckchen fertige Kartoffelkloßmasse, aber absoluten Heißhunger auf etwas Süßes zum Mittag hat? Richtig: Quarkkeulchen!
Falls ihr davon noch nie etwas gehört habt: Diese süßen, pfannkuchenähnlichen Teile bestehen aus einem Teig auf Basis von - wie der Name schon sagt - Quark und zusätzlich fertiger Kloßteigmasse. Geschmacklich erinnern sie etwas an Reibekuchenund von der Konsistenz her an weiche Pancakes.

Für 4 Portionen braucht ihr:

1 Päckchen Kloßmasse (kriegt ihr in jedem halbwegs gut sortierten Supermarkt), 750g
375g Quark (ich verwende lieber die Magerstufe)
3 möglichst große, frische Eier
120g Zucker
30g Vanillezucker (am besten selbstgemacht!)
250g Mehl (Sorte nach Belieben - bei Vollkornmehl besser 30-50g mehr Mehl zugeben)
Sonnenblumenöl (ersatzweise Butterschmalz) zum Braten





Zubereitung:

Zuerst einmal verquirrlt ihr die Eier in einer Rührschüssel und gebt Zucker und Vanillezucker hinzu. Rührt alles schaumig, eh ihr den Quark untermischt und im Anschluss die Kartoffelmasse unterknetet. Zum Schluss das Mehl unter die Masse ziehen.

Nehmt jetzt eine möglichst große, flache Pfanne (am besten bitte beschichtet) und lasst eine kleine Menge Sonnenblumenöl darin heiß werden. Besser keine Butter (verbrennt bei den Temperaturen und eure Quarkkeulchen werden schwarz und bitter) oder Olivenöl (passt geschmacklich wirklich nicht) verwenden!

Gebt pro Stück etwa 2 EL Teig in die Pfanne und bratet die Teilchen von beiden Seiten, bis sie leicht gebräunt sind. Stellt die fertigen im Ofen oder in einer Kasserolle warm, bis alle Quarkkeulchen fertig sind.

Zum Servieren könnt ihr die Quarkkeulchen mit allem anrichten, was euch so einfällt - ganz klassisch kann man sie zum Beispiel mit Zimtzucker und Apfelmus servieren oder frisches Obst darübergeben. Und schon ist das ganze ein wunderbares, leckeres Mittagessen - auch für große Süßschnäbel.



Samstag, 19. Oktober 2013

Das "Rum-Fort"-Prinzip - oder: Warum man Reste (fast) nie wegschmeißen muss!




Auf der Suche nach neuen, (von mir) unentdeckten Gebieten bin ich, wie ihr wisst, vor einer Weile beim Bento gelandet. Fasziniert hat mich dabei vor allem eins: Die unerschöpflichen Möglichkeiten, Reste so zu verwerten, dass wieder etwas wunderbares daraus werden kann und nichts auf Grund von "ist halt übrig" verkommen muss.

Auf dem Blog Einfach Bento (Link) habe ich dann das "Rum-Fort-Prinzip" kennengelernt. "Rum-Fort", das meint, wie der Name schon andeutet: Alles verwenden, was rum liegt und fort muss. 

Hierzulande landet oft zu viel in der Tonne - und das oft nur, weil man unüberlegt einkauft, kocht oder nicht sorgfältig genug mit den Sachen umgeht. Laut Statistiken werden in Deutschland jährlich 80kg noch brauchbare Nahrungsmittel pro Einwohner weggeworfen - und da frage ich mich doch ernsthaft: Muss das sein?

Sicherlich kann einem mal eine Birne, die im Obstkorb versteckt gelegen hat, schlecht oder so ein Möhrchen, irgendwo im Kühlschrank hinter die Lagerwaren gerutscht, etwas lasch werden. Das passiert, aber darauf will ich auch garnicht hinaus.
Es geht mehr darum, sorgfältiger so planen, wie und wann man bestimmte Dinge verbrauchen muss. Ich denke, dass es bestimmt immer Optionen gibt, auch kleine Reste wieder gewinnbringend einzusetzen - und dass man damit sogar oft nochmal mehr aus den Sachen "rausholt", als man es vermutet hätte.

Natürlich bin ich noch lange kein Meister in solchen Angelegenheiten: Auch mir welkt mal die letzte Hand voll Feldsalat, der irgendwie übrig war, oder eine Zwiebel matscht vor sich hin, weil ich sie schier vergessen habe. Aber ich habe mir vorgenommen, in Zukunft mehr darauf zu achten, dass so wenig wie möglich weggeschmissen werden muss.

Und jetzt stelle ich euch noch etwas vor, was ich heute gemacht habe, damit mir der Rest Rucola nicht wegwelkt: 

Rucola-Kürbiskern-Pesto

Ideal für alle, die eine Packung Rucola oder ähnliches nie in einem Zug alle kriegen: Einfach auf ca. 4 Hände Rucola (der muss hierfür nichtmehr unbedingt frisch und knackig sein) 50ml Sonnenblumenöl, eine Hand voll Kürbiskerne, 2 Knoblauchzehen und 1 TL Salz geben und alles mit einem Pürierstab fein zermusen.

Das Pesto ist sehr geschmacksintensiv und eignet sich weniger für Nudeln, aber als feine Beilage zu gebratenem Gemüse (wer mag: Kürbis eignet sich wunderbar. Für die Resteverwertung dazu wird es demnächst einen Eintrag mit Fotos geben!) oder mit etwas Joghurt vermengt als Dressing für Salate, aber auch zB. auf Brot zusammen mit Feta oder Mozzarella. Und schon ist der Rucola, der einfach so rumliegt, auch wieder fort.



Danke fürs Lesen und viel Spaß beim Ausprobieren!

Montag, 7. Oktober 2013

Manchmal muss es einfach extravagant sein.



Habe ich schonmal erwähnt, dass ich hin und wieder gern etwas feineres, aufwendiges koche - nur der Freude am Kochen wegen? Gestern Abend beispielsweise gab es dieses doch recht gelungene Essen:


Schweinefilet-"Medaillons" mit Champignons in Rucola-Rahm an gebratenen Wickelklößen mit Preiselbeeren

Und was so schwierig aussieht, war im Großen und Ganzen doch recht schnell gemacht.

Für die Medaillons habe ich ein Filet der Länge nach in 5 Stücke geteilt und diese nur kurz in der Pfanne scharf angebraten. Noch kurz gewürzt, und dann ab in den Ofen zum Nachgaren.
Im Bratensatz habe ich dann frische Champignons ein wenig schmorren lassen, dann 3 Handvoll frischen Rucola grob zerkleinert und hinzugefügt. Anschließend noch Crème Fraîche untergerührt und mit ein paar Gewürzen, unter anderem Worcestershire-Sauce (gerät heutzutage wohl leider in Vergessenheit), abgeschmeckt.
Die Wickelklöße habe ich aus einem Kartoffelteig (gekochte Kartoffeln, Mehl, Speisestärke (bis hierher Verhältnis 8:2:0,1), ein Ei und etwas Margarine) hergestellt, den ich dann ausgerollt und mit in Butter gerösteten Semmelbröseln bestreut habe. Ich muss aber anmerken: das ist nichts für Anfänger! Selbst bei mir war meine Geduld irgendwann doch etwas angekratzt. Die Klöße habe ich dann noch ein wenig rundherum angebraten und anschließend mit je einem Teelöffel Preiselbeeren garniert.
Der restliche Rucola machte sich, beträufelt mit Olivenöl und Himbeer-Essig, sehr gut als abrundende Garnierung.

Wie ich auf die Idee zu diesem Rezept gekommen bin? Kinderkochbücher, ein bisschen Fantasie und einfach Spaß an der Sache!

Viel Spaß beim Nachkochen!